Die Alte Brücke prägt Saarbrücken seit Jahrhunderten. Einer Überlieferung zufolge ließ Graf Philipp II. ihren Bau veranlassen, nachdem Kaiser Karl V. wegen Hochwassers mehrere Tage an der Saar festgesessen hatte. Heute ist die Brücke nicht nur ein bedeutendes historisches Bauwerk, sondern vor allem eine der wichtigsten Verbindungen für den Fuß- und Radverkehr zwischen Alt-Saarbrücken und der Innenstadt.
Dass die Alte Brücke saniert werden muss, steht außer Frage. Die Pläne liegen seit Jahren auf dem Tisch, nun zeichnet sich ab, dass die Arbeiten zum Jahreswechsel beginnen sollen und sich über rund drei Jahre erstrecken werden. Die Brücke soll denkmalgerecht instandgesetzt, die historischen Pfeiler freigelegt und die Zugänge modernisiert werden. Gleichzeitig entstehen neue Verbindungen für den Rad- und Fußverkehr. Grundsätzlich sind das Maßnahmen, die wir begrüßen.
Dennoch bereitet uns die angekündigte Vollsperrung über einen mehrjährigen Zeitraum erhebliche Sorgen. Täglich nutzen tausende Menschen die Alte Brücke. Ihr Wegfall bedeutet für viele Bürgerinnen und Bürger längere Wege und massive Einschränkungen im Alltag.
Besonders kritisch sehen wir die möglichen Auswirkungen auf Gastronomie, Einzelhandel und weitere Gewerbetreibende im Umfeld der Brücke. Viele Betriebe leben von Laufkundschaft und einer guten fußläufigen Anbindung. Wenn über Jahre hinweg eine zentrale Verbindung wegfällt, stellt sich die Frage, welche Folgen dies für Besucherströme und Umsätze haben wird. Bislang ist unklar, ob und in welchem Umfang diese Auswirkungen untersucht wurden und welche Maßnahmen vorgesehen sind, um betroffene Unternehmen zu unterstützen.
Ebenso stellt sich die Frage, ob Alternativen zur vollständigen Sperrung ausreichend geprüft wurden. Denkbar wären beispielsweise provisorische Übergänge, eine temporäre Ersatzbrücke oder andere Möglichkeiten, die Querung der Saar während der Bauzeit zumindest teilweise aufrechtzuerhalten. Auch sollte geprüft werden, ob Bauabläufe so organisiert werden können, dass zeitweise eine eingeschränkte Nutzung möglich bleibt.
Wir unterstützen die notwendige Sanierung der Alten Brücke ausdrücklich. Gleichzeitig erwarten wir, dass die Stadt frühzeitig offenlegt, welche Alternativen geprüft wurden, welche Folgen für Bürgerinnen und Bürger sowie die lokale Wirtschaft zu erwarten sind und welche Maßnahmen vorgesehen sind, um die Belastungen während der Bauzeit möglichst gering zu halten. Eine so wichtige Verbindung für Saarbrücken darf nicht über Jahre hinweg ersatzlos wegfallen, ohne dass alle denkbaren Lösungen sorgfältig geprüft werden.




