Tragödie im Viertel

16.04.2026

Die Nauwieserstraße 14–18: Ein Lehrstück über Geld, Einfluss und Klientelpolitik – und wie ein soziales Projekt systematisch sabotiert wird.

Alles beginnt 2020 mit dem Versuch, die städtischen Grundstücke an den Höchstbietenden zu verkaufen. Das konnten wir noch gerade so verhindern. Danach folgt eine Konzeptvergabe, es gewinnt die Bietergemeinschaft 3/Viertel mit ihrem Plan für soziales und genossenschaftliches Wohnen.

Doch der unterlegene Bewerber klagt. Dahinter steht ein millionenschwerer Investor, der ein lukratives Geschäft wittert. Von Beginn an torpediert die Klientelpartei FDP als politischer Verbündeter den Prozess im Stadtrat. Offiziell geht es immer um „Rechtssicherheit“, tatsächlich aber darum, 3/Viertel den Zuschlag zu verwehren.

Anfangs verhandelt die städtische GMS noch wohlwollend mit 3/Viertel. Doch dann ändert die Stadt ihren Kurs. Plötzlich heißt es, die Finanzierungsbestätigung der Banken fehle – obwohl sie längst vorliegt. Es folgen: Streit um Formulierungen, neue Zweifel und geheime Gutachten.

Weit über zweieinhalb Jahre sind inzwischen vergangen. Baupreise und Mieten steigen, bezahlbarer Wohnraum entsteht nicht. Die Strategie ist offensichtlich: Auf Zeit spielen, bis die Ehrenamtlichen von 3/Viertel entnervt aufgeben und der Investor doch zum Zug kommt. Jetzt hat sich auch die CDU positioniert und fordert „den Stillstand zu beenden“. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. All das geschieht gegen den Willen der Mehrheit im Stadtrat und im Viertel. Es ist eine Tragödie.

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