Na also, im Saarbrücker Rathaus wird endlich gespart! Statt sieben sollen nur noch vier Herzchen den Kreisel unter der Westspange schmücken. Das spart rund 32.000 Euro. Allerdings bleiben immer noch 168.000 Euro für vier Herzen und zwei Schriftzüge („Eurometropole Saarbrücken“). Weniger Geld für etwas Überflüssiges auszugeben, macht die Sache noch lange nicht vernünftig. Als wäre all das nicht genug: Der Stadtrat darf zur Kenntnis nehmen, der Oberbürgermeister entscheidet.
Und wo ist das versprochene Grün geblieben? Als wir den Bau des Kreisels beschlossen haben, waren dort Bäume geplant. Bekommen haben wir eine fein säuberlich gepflasterte Fläche, auf der nun Herzen und Buchstaben stehen sollen. Logisch, Bäume wachsen schlecht unter Brücken. Aber wenn Bäume ungeeignet sind, warum wurden sie überhaupt geplant? Wurden Alternativen geprüft? Und warum wurde danach ohne neue politische Entscheidung umgestaltet?
Selbst das Landesverwaltungsamt hat die Wirtschaftlichkeit der Herzchen-Installation hinterfragt. Jetzt sind es drei Herzchen weniger und im Rathaus ist das Thema erledigt. Akte geschlossen, Steuergeld trotzdem weg.
Wollen wir diese teure Dekoration überhaupt? Eine Abstimmung im Stadtrat darüber gab es nicht. Über einen Kreisel mit Bäumen haben wir entschieden. Dass daraus Herzchen werden, sollen wir einfach hinnehmen. Offenbar sind in dieser Geschichte nicht nur die Herzchen, sondern auch der demokratisch gewählte Stadtrat als bloße Dekoration vorgesehen.




