Wer auf den Bus wartet, braucht oft Geduld. Wer in Saarbrücken auf eine barrierefreie Haltestelle wartet, braucht offenbar ein ganzes Menschenleben. Denn aktuell baut die Stadt ungefähr eine Bushaltestelle pro Jahr barrierefrei um. Bleiben wir bei diesem Tempo, wären wir rechnerisch im Jahr 2095 fertig. Ja, richtig gelesen!
Keine Ahnung, in was für einer Welt wir im Jahr 2095 leben werden. Aber ich wünsche mir, dass es eine Welt ist, wo schon deutlich früher alle Saarbrücker Bushaltestellen ohne große Barrieren umgebaut sind.
Aktuell ist es an hunderten Haltestellen in der Stadt so: Für Menschen mit Rollstuhl oder Rollator kann schon der Einstieg in den Bus zum Hindernis werden. Dabei geht es darum, selbstständig zum Arzt, zur Arbeit oder zum Einkaufen zu kommen. Auch Eltern mit Kinderwagen kennen das Problem.
Natürlich lässt sich nicht jede Haltestelle über Nacht umbauen. Aber muss dieses Schneckentempo sein? Wir wollen von der Stadtverwaltung jetzt wissen, wo es hakt. Fehlen Planer, Baufirmen oder Geld? Und gibt es Vorschläge, wie wir schneller werden können? Ich bin mir nämlich nicht sicher, wie die Prioritäten im Rathaus hier gesetzt werden.
Alleine am Geld kann es nicht liegen: Der Umbau wird gefördert, das Land bezahlt 90% der Kosten. Ich finde, ein verlässlicher Busverkehr muss für alle funktionieren. Wer Menschen für den Umstieg vom Auto auf Bus und Bahn gewinnen will, muss dafür sorgen, dass sie überhaupt einsteigen können. Und das bitte deutlich vor dem Jahr 2095.




