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Saarbrücker Hefte gerettet – stilloses Verhalten von Jamaika

Die Saarbrücker Hefte sind vorerst gerettet. Bildungs- und Kulturministerin Christine Streichert-Clivot hat mitgeteilt, dass das Kulturministerium die Zeitschrift in diesem Jahr mit einem Zuschuss von 6000 Euro unterstützt. Hinzu kommen 2500 Euro von der Saarland-Sporttoto GmbH, eine Vielzahl an Spenden und neue Abonnenten. Redaktion und Verein bemühen sich intensiv weiter um alternative Finanzierungsmodelle. Wir sind sehr froh über diese Neuigkeit.

 

Von städtischer Seite gab es dagegen nicht einmal warme Worte. In der letzten Sitzung des Kulturausschusses hat Jamaika die von SPD, Linken und der FRAKTION vorgeschlagene Förderung der ‚Saarbrücker Hefte‘ aus dem städtischen Haushalt abgelehnt. Die Begründung? Ziemlich fadenscheinig…

 

Zunächst einmal will Jamaika stattdessen ein Rechtsgutachten vergeben, ob die Stadt die Publikation überhaupt fördern darf und ob es sich dabei überhaupt um „Kultur“ handelt. Das ist ziemlicher Unsinn. Geld auszugeben für ein Gutachten über etwas, das man viele Jahre unbeanstandet gemacht hat? Dieses Vorgehen dient doch nur zur Ablenkung vom Wesentlichen: Jamaika will die Zeitschrift einfach nicht fördern, möchte aber nicht offen dazu stehen.

 

Besonders enttäuscht sind wir von den Grünen, die 2006 noch gemeinsam mit uns im Rat für eine Weiterförderung der Traditionszeitschrift gekämpft hatten. Jetzt schieben sie rechtliche Bedenken vor. Mir scheint das ganz schön wankelmütig. Von den Grünen sollte man doch eigentlich erwarten, dass sie eine liberale und kritische Zeitschrift unterstützen, anstatt einfach den Interessen der Koalitionspartner zu folgen.

 

Die Kulturzeitschrift ‚Saarbrücker Hefte‘ ist eine Saarbrücker Institution. Sie wurde bereits seit 1957 vom städtischen Kultur- und Schulamt herausgegeben. Seit 1989 zeichnet sich der Verein ‚Saarbrücker Hefte e.V.‘ verantwortlich für das Erscheinen. Dafür erhielt er bis 2006 eine Unterstützung aus städtischen Mitteln, ab dann Mittel aus dem Verfügungsfonds von OB’in Charlotte Britz. Diese Mittel hat Uwe Conradt gestrichen – ohne sich vorher auch nur auf ein Gesprächsangebot einzulassen. Das ist stillos und vollkommen unangemessen.

Sascha Haas