Vom Mittagessen in den Kitas hat man lange nichts gehört. Alles in Ordnung? Keineswegs! Vor zwei Jahren sollte nach der Kündigung des Caterers für sechzehn Einrichtungen alles anders werden. Seitdem wird an neuen Kriterien gebastelt…

Man könnte lachen, wenn es nicht so ernst wäre. Beim letzten Versuch, neue Caterer für die sechzehn Kitas zu finden, konnten ganze drei Kitas berücksichtigt werden. Der Rest läuft über Notvergaben, weil sich niemand beworben hatte.

Der Kern des Problems sind vollkommen überzogene Ausschreibungsbedingungen. Jedes Mal, wenn das Thema auf der Tagesordnung stand, haben die Grünen weitere Verschärfungen durchgedrückt. 100 Prozent Bio-Produkte, Fleisch der obersten Qualität und alles noch regional: Das klingt super ist aber unrealistisch und nicht bezahlbar. Es bringt überhaupt nichts, die höchsten Standards einzufordern, dann aber keinen Caterer zu finden, der sie umsetzt. Neue Konzepte, wie eine Verpflegung durch eigene Küchen wurden immer mal wieder andiskutiert – an einer Umsetzung ist die Koalition aber öffenbar überhaupt nicht interessiert – nicht einmal testweise.

Wir bestehen darauf: Die Verpflegung an allen Saarbrücker Kitas muss wieder auf Grundlage transparenter, ordnungsgemäßer und erfolgversprechender Vergabeverfahren organisiert werden. So sind Kosten und Qualität transparent, Eltern, Erzieher*innen und Kita-Leitungen können einbezogen werden, wir haben Rechtssicherheit und dauerhafte Stabilität.

Ja, das Mittagessen in Kindertagesstätten muss so hochwertig wie möglich und vor allem ausgewogen sein. Aber auch für alle erschwinglich. Wir brauchen bezahlbare Qualität. Dafür ist Kreativität gefragt, nicht Maximalforderungen. Nur dann ist Qualität sozialverträglich zu haben. Das Mittagessen in unseren Einrichtungen muss für jede Familie bezahlbar bleiben. Ein Ganztags-Kitaplatz darf kein Luxus sein. Wir bleiben für Sie weiter am Thema dran.

Susanne Nickolai