Häusliche Gewalt findet häufig dort statt, wo Menschen sich eigentlich sicher fühlen sollten: in den eigenen vier Wänden. Gleichzeitig wissen viele Betroffene nicht, wohin sie sich wenden können, oder der Schritt, sich Hilfe zu holen, fällt schwer. Deshalb unterstützen wir als SPD-Stadtratsfraktion die Initiative §25/11 des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) Saarland ausdrücklich.
Die Initiative §25/11 wurde 2020 vom Sozialdienst katholischer Frauen Berlin gemeinsam mit der PEIX Health Group entwickelt. Der Name verweist auf den 25. November, den Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen. Im Mittelpunkt steht ein Zusatz zum Mietvertrag, mit dem Vermieterinnen und Vermieter deutlich machen, dass häusliche Gewalt in ihrem Haus nicht toleriert wird und Hilfe erreichbar ist. Ergänzend informieren Plakate im Treppenhaus über Warnzeichen häuslicher Gewalt und zeigen, wo Betroffene und Menschen aus ihrem Umfeld Unterstützung finden können.
Ein Hinweis im Treppenhaus kann keine Gewalt verhindern und ersetzt selbstverständlich keine Beratung oder Intervention. Er kann aber ein erster Schritt sein: für eine betroffene Person, die nach einer Anlaufstelle sucht, oder für eine Nachbarin oder einen Nachbarn, die oder der Gewalt wahrnimmt und nicht weiß, was zu tun ist.
Als SPD-Stadtratsfraktion begrüßen wir besonders, dass der SkF nicht nur über das Thema spricht, sondern selbst mit der Umsetzung beginnt. Gleichzeitig möchten wir dazu beitragen, dass aus diesem ersten Schritt eine breitere Beteiligung wird. Deshalb werben wir dafür, dass auch weitere Wohnungsunternehmen, Genossenschaften und private Vermieterinnen und Vermieter prüfen, wie sie die Initiative in ihren Häusern umsetzen können.
Auch die städtische Siedlungsgesellschaft sollte aus unserer Sicht prüfen, ob und wie die Initiative in ihren eigenen Wohnungsbeständen umgesetzt werden kann. Als Aufsichtsratsmitglied möchte ich diesen Impuls entsprechend weitertragen.
Für uns als SPD-Stadtratsfraktion ist klar: Der Schutz vor häuslicher Gewalt ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Dafür braucht es Beratungsstellen, aber auch ein Umfeld, das hinschaut und Betroffenen den Zugang zu Hilfe erleichtert.
Mit der Initiative §25/11 kommt diese Hilfe ein Stück näher an den Alltag der Menschen. Wir unterstützen den SkF Saarland dabei und hoffen, dass viele weitere Vermieterinnen und Vermieter diesem Beispiel folgen.




