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Förderung der Saarbrücker Hefte muss erhalten bleiben!

Die Entscheidung von Oberbürgermeister Uwe Conradt, den jährlichen Zuschuss der Landeshauptstadt an die „Saarbrücker Hefte“ zu streichen ist kleingeistig und stillos. Die Coronakrise macht es der Kultur in Stadt und Land schon schwer genug. Sie jetzt als Vorwand zu nehmen, um einer verdienten Saarbrücker Institution die Unterstützung zu verweigern, ist beispielhaft für den Umgang des Oberbürgermeisters mit den Teilen der Kulturszene, die ihm nicht in den Kram passen.

Wir haben den Eindruck, dass hier sozusagen „die Ungunst der Stunde“ genutzt werden soll, um sich eines Mediums zu entledigen, von dem auch die Kommunalpolitik immer wieder kritisch hinterfragt wird. Anstatt auf ein Gesprächsangebot der Redaktion aus dem Oktober einzugehen, hat Conradt die ehrenamtlichen Macher der Zeitschrift monatelang ignoriert und stellt nun ohne Vorwarnung die Unterstützung ein. Während andere saarländische Städte wie Neunkirchen längst Maßnahmen ergriffen haben, um die lokale Kulturszene in der Krise am Leben zu erhalten, warten ausgerechnet in der Landeshauptstadt die Künstler*innen und die Kreativwirtschaft bis heute auf klare Signale der Verwaltungsspitze.

Schon vor Wochen haben wir kritisiert, dass die Stadt die Szene im Stich lässt. Es gibt nicht einmal eindeutige Aussagen dazu, was aus bereits bewilligten Projekten werden soll. Den Stadtrat vertröstet die Verwaltung auf die Sitzung des Hauptausschusses in der nächsten Woche – für die Kulturschaffenden, die sich in echten Existenznöten befinden, ist aber jeder Tag ohne greifbare Zusagen ein verlorener Tag.
Was die „Saarbrücker Hefte“ angeht, wird unsere SPD-Stadtratsfraktion nicht nur kritische Nachfragen an die Stadtverwaltung stellen, sondern sagt auch massive Unterstützung beim Erhalt dieser regionalen Bastion des kritischen Journalismus zu.

Susanne Commerçon-Mohr, Sascha Haas und Karin Altmeyer