Bei der Wahl des Baudezernenten geht Gründlichkeit vor Schnelligkeit. Deshalb möchten wir die Wahl auf Dezember verschieben.

Die öffentliche inhaltliche Diskussion zur Neubesetzung des Baudezernats hat sich bislang ausschließlich um das Thema des Stadions Ludwigspark gedreht. Stadtentwicklung, die Verkehrswende, die Schaffung und der Erhalt von Wohnraum, das neue Messe- und Kongresszentrum, lebenswerte Stadtteile und die Entwicklung von Sportstätten – das Themenfeld des Baudezernenten ist gewaltig und sehr anspruchsvoll. Dazu hört man derzeit leider gar nichts!

Hinzu kommt, dass die Vorwürfe gegen Martin Welker als Wunschkandidat von Oberbürgermeister Conradt alles andere als ausgeräumt sind. Fast täglich kommen neue Fragen auf. Diese Fragen müssen erst einmal geklärt werden. Das würde dem Rat auch ausreichend Zeit verschaffen, die bestehenden Bewerbungen zu sichten, zu bewerten und entsprechende Gespräche zu führen.

Das Verfahren zur Neubesetzung der Stelle war verkorkst. Wer soll sich denn noch bewerben, wenn sich der Oberbürgermeister noch innerhalb der ohnehin schon sehr kurzen Bewerbungsfrist auf Martin Welker als Wunschkandidaten festlegt.

Die Besetzung des Baudezernats ist eine Festlegung für die nächsten zehn Jahre. Die Eile, mit der der Oberbürgermeister seinen Kandidaten nun durchdrücken will, wird diesem wichtigen Amt nicht gerecht und schadet letztendlich unserer Stadt – egal, wie der Beschluss des Rates am Ende ausfällt.

Mirco Bertucci