Über sieben Herzchen musst du fahren

Lebt Uwe Conradt in einer Parallelwelt? Auf der einen Seite inszeniert sich unser OB mit seiner Finanzdezernentin als oberster Sparkommissar. Es werden ominöse Spar-Beiräte installiert, wo über alle möglichen Einsparmöglichkeiten und Steuererhöhungen diskutiert wird. Das kann man gerne tun, aber dann bitte nicht hinter verschlossenen Türen, sondern in der Öffentlichkeit. Die betrifft es am Ende auch. Die Zeichen sind jedenfalls klar: Es soll gespart und gekürzt werden, soziale und kulturelle Projekte kämpfen um jeden Euro.

Gleichzeitig werden jetzt über 200.000 Euro gutes Steuergeld aus dem Fenster geworfen, um sieben blaue Herzchen und zwei Schriftzüge („Eurometropole Saarbrücken“) auf dem frisch sanierten Kreisel unter der Westspange zu installieren. Eigentlich sollten dort mal Gras und Bäume hin, das geht jetzt aber wohl doch nicht (Bäume wachsen schlecht unter Brücken). Statt der vom Stadtrat beschlossenen Bäume bekommen wir also Herzen und Buchstaben. Durchaus ein Unterschied, über den wir sehr gerne öffentlich diskutiert und abgestimmt hätten.

Leider wird der Stadtrat aber vor vollendete Tatsachen gestellt und darf Uwe Conradts Herzchen-Installation „zur Kenntnis nehmen“. Kosten übrigens pro Herz: 28.571 Euro. Fast könnte man vergessen, dass der Stadtrat ebenso vom Volk gewählt wurde wie der OB. Nichts gegen Europa und die Vision von Saarbrücken als Großstadt im Herzen Europas, ganz im Gegenteil! Aber ich denke, viele Saarbrückerinnen und Saarbrücker stimmen mir zu: Dieses viele Geld hätte man anderswo viel sinnvoller investieren können.

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