Das Max-Ophüls-Festival hat auch in diesem Jahr gezeigt, welche Strahlkraft es für Saarbrücken und den deutschsprachigen Filmnachwuchs besitzt. Einige von uns waren vor Ort und konnten ein Festival erleben, das trotz schwieriger Rahmenbedingungen beeindruckende Vielfalt und Qualität geboten hat. Unser Glückwunsch gilt allen Preisträgerinnen und Preisträgern sowie dem gesamten Festivalteam.
Bei der 47. Festivalausgabe wurden insgesamt 146 Filme gezeigt – ausgewählt aus rekordverdächtigen 1.265 Einreichungen. Kurz- und Langfilm, Spielfilm und Dokumentation: Das Programm spiegelte eindrucksvoll die Bandbreite und Kreativität des Nachwuchsfilms wider. 57 Filme liefen im Wettbewerb, 89 außerhalb – eine enorme kuratorische Leistung, gerade angesichts der um 50.000 Euro gekürzten Bundesförderung.
Als SPD im Stadtrat haben wir früh darauf hingewiesen, welche Folgen diese Kürzung haben kann, und dafür gekämpft, die Finanzierungslücke auszugleichen. Leider blieb unser Antrag ohne Erfolg. Umso bedauerlicher ist es, dass sich die Kürzungen nun auch im Programm bemerkbar gemacht haben. Ein Festival von diesem Rang hätte mehr politische Rückendeckung verdient.
Denn das Max-Ophüls-Festival ist weit mehr als „nur“ ein Filmfestival. Es ist der Startpunkt des Saarbrücker Kulturjahres, ein kultureller Leuchtturm mit großer Ausstrahlung – für Filmschaffende, für Diskussionen und Begegnungen, aber auch für Hotels, Gastronomie und das Image unserer Stadt. Viele Karrieren haben hier ihren Anfang genommen, und genau das macht Ophüls so besonders.
Bei der Preisverleihung wurden herausragende Arbeiten ausgezeichnet: Als bester Spielfilm erhielt der Thriller „Gropiusstadt Supernova“ von Regisseur Ben Voit den mit 36.000 Euro dotierten Hauptpreis. Die Jury würdigte die große filmische Intensität des Films, der an Silvester in einer Berliner Plattenbausiedlung spielt.
Mit dem Regiepreis wurde Magdalena Chmielewska für ihren Film „Teresas Körper“ ausgezeichnet. Ali Tamim erhielt für „Noah“ den Preis für das beste Drehbuch; außerdem wurde der Film als besonders gesellschaftlich relevant gewürdigt. Sowohl der Preis der ökumenischen Jury als auch der Publikumspreis gingen an Milena Aboyan und Constantin Hatz für „Wovon sollen wir träumen“.
Unser Fazit: Einmal mehr hat das Max-Ophüls-Festival gezeigt, wie wichtig es für Saarbrücken ist. Wir werden uns auch weiterhin dafür einsetzen, dass dieses Aushängeschild unserer Stadt die finanzielle Unterstützung erhält, die es verdient.




