Conradts Kita-Chaos

Wir müssen mehr arbeiten, sagt Friedrich Merz und seine CDU wettert lautstark gegen „Lifestyle-Teilzeit“. Was er nicht sagt: Es gibt tausend Gründe, wieso die Menschen im Land (und vor allem Frauen) nicht 40 Stunden pro Woche arbeiten. Einer davon: Kinder. Wer kümmert sich um die lieben Kleinen, wenn Mama und Papa brav acht Stunden am Tag schuften und Deutschlands Wirtschaft voranbringen?

Wer nicht das Glück hat, Oma und Opa parat zu haben, braucht einen Kita-Platz. Die sind bekanntlich Mangelware. Aktuell fehlen in Saarbrücken über 1000 Plätze in Kitas und Krippen. All die Kinder werden also in der Familie betreut. So „genießen“ Mama und Papa den Eltern-Lifestyle und wagen es auch noch, in Teilzeit zu arbeiten.

Zwei Dinge sind wichtig: Erstens, finanzielle Hürden senken. Das hat die Saar-SPD getan, ab nächstem Jahr werden Kitas komplett beitragsfrei. Zweitens, mehr Kitas bauen. Auch das wurde und wird getan. Aber es reicht nicht, und es dauert auch viel zu lange. Vor allem wenn die Stadt unter CDU-OB Uwe Conradt selbst baut.

Aktuelles Beispiel ist die Kita Preußenstraße. 2021 angekündigt, 2022 Baubeschluss, 2025 geplante Eröffnung. Kosten: 4,5 Millionen. Heute ist von einer Kita nichts zu sehen, aktuell will man 2027 anfangen zu bauen. Wenn überhaupt. Kosten jetzt: Über 8 Millionen und eröffnet wird frühestens 2029. Das ist doch ein Skandal! Lieber Herr Oberbürgermeister, Sie sind seit 2019 im Amt. Wenn es über 7 Jahre dauert, eine Kita zu bauen (und keinen Flughafen), müssen Sie sich doch fragen: Was läuft hier falsch?

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