Jamaika hat beigedreht. Der Stadtrat hat die geplante massive Preiserhöhung beim Zoo von der Tagesordnung genommen. Der Vorschlag soll noch einmal neu im Zoo-Ausschuss diskutiert werden. Vergangene Woche hatte Jamaika den Vorschlag der Verwaltung noch durchgewunken.

Unser Zoo ist eine der wichtigsten Freizeiteinrichtung der Landeshauptstadt. In den letzten Jahren haben wir seine Attraktivität sehr gesteigert. Was hier aber geplant war, warnicht sozial verträglich und hätte der Attraktivität des Saarbrücker Zoos geschadet.

Die Eintrittspreise für Erwachsene sollten von 9,90 Euro auf 15 Euro steigen. Und das sollte dann außerdem nicht mehr erst ab 18 Jahren gelten, sondern bereits ab 16 Jahren. Diese Preissteigerung war in ihrer Höhe nicht zu rechtfertigen. Und der Plan kam dazu auch definitiv zum vollkommen falschen Zeitpunkt: Gerade jetzt, wo durch die Corona-Pandemie das Reisen sehr erschwert wurde, ist der Zoo ein äußerst wichtiges Ausflugsziel für Familien mit Kindern. Offenbar ist er Jamaika das nicht wert.

Besonders ärgert mich, dass die Erhöhung auch noch als besonders familienfreundlich dargestellt wurde. Das ist doch reine Augenwischerei! Es ist richtig, die Kinderkarten sollen deutlich günstiger werden und von 5,50 Euro auf 2 Euro im Preis sinken. Ich glaube aber nicht, dass viele Kinder ohne ihre Eltern in den Zoo gehen. Unter dem Strich wäre es so für fast alle deutlich teurer geworden!

Das war offensichtlich auch das Ziel der Maßnahme. Schließlich sollten laut Planung der Verwaltung Einnahmesteigerungen in Höhe von 390.000 Euro erzielt werden, um damit den städtischen Haushalt zu entlasten. Während beim Oberbürgermeister und der Bürgermeisterin neue politische Stellen geschaffen und besetzt werden, sollen die Angebote für die Bürger*innen teurer werden?!

Der Zoo darf nicht „Mittel zum Zweck“ sein, um städtische Kostenstrukturen aufzubessern. Es ist gut, dass diese Planung so nicht beschlossen worden ist. Wir werden das weiter im Auge behalten.

Auf die Entwicklung des Saarbrücker Zoos in den letzten Jahren können wir stolz sein. Es gilt ihn zu unterstützen. Unser ganz persönlicher Beitrag: Wir haben eine Patenschaft für den Puma Maxxum übernommen. Erhöhte Preise bringen dem Zoo jedenfalls nichts – außer vielleicht weniger Besucher!


Wer selbst eine Patenschaft für ein Zoo-Tier übernehmen möchte, kann sich hier informieren!

 

Frank Durst